Die Bibliothek(en) des Pädagogischen Seminars

1920 wird die Pädagogische Bibliothek an die Leitung des Pädagogischen Seminars übergeben und in die Räume des Seminars überführt.

Nachricht des Bibliotheksdirektors Pietschmann an den Kurator Osterrath zur Übergabe und Überführung der Bibliothek des Pädagogischen Seminars in dessen Räume. September 1920.
Nachricht des Direktors der Universitätsbibliothek Pietschmann an den Kurator Osterrath über die Übergabe der Pädagogischen Bibliothek an das Pädagogische Seminar, 23.9.1920, Quelle: Universitätsarchiv Göttingen: Kur 1263; unpag. (siehe Beitrag Nikolausberger Weg 13/15).

Bücherverlust 1945

Um sie vor Beschädigungen während des 2. Weltkrieges zu schützen, sollten Bücherbestände der Universität in einer Sohle der Heeres-Munitionsanstalt Volpriehausen in einem Kalibergwerk untergebracht werden. Auch das Institut für Psychologie und Pädagogik meldete entsprechendes Material zur Sicherstellung.

Schreiben vom 28.2.1944 von Professor Allesch, Direktor des Instituts für Psychologie und Pädagogik, an den Luftschutzleiter der Universität, Herrn Naggatz. Quelle: Universitätsarchiv Göttingen, Kuratorium, Kur. 161.
Schreiben vom 28.2.1944 von Professor Allesch, Direktor des Instituts für Psychologie und Pädagogik, an den Luftschutzleiter der Universität, Herrn Naggatz. Quelle: Universitätsarchiv Göttingen: Kur. 161; unpag.
Vereinbarung zwischen der Universität Göttingen und der Heeres-Munitionsanstalt Volpriehausen vom 31.3.1944 über die Einlagerung von Bücherbeständen
Vereinbarung zwischen der Universität Göttingen und der Heeres-Munitionsanstalt Volpriehausen vom 31.3.1944 über die Einlagerung von Bücherbeständen. Quelle: Universitätsarchiv Göttingen: Kur. 161; unpag.

(Mindestens) In der Nacht vom 29. zum 30. September 1945 gab es Explosionen im Bergwerk, der zahlreiche Bücherbestände zum Opfer fielen.

Wiedereinrichtung der Bibliothek seit 1945 und Streit um Bücherbestände mit dem Psychologischen Institut

In Verbindung mit der Wiederherstellung des Pädagogischen Seminars nach dem 2. Weltkrieg sollte auch die Bibliothek des Pädagogischen Seminars, die zwischenzeitlich in das Institut für Psychologie und Pädagogik integriert war, wieder in der Wagnerstraße 1 eingerichtet werden.
Dabei ergaben sich Schwierigkeiten, die übertragenen Bücherbestände aus dem Psychologischen Institut zurückzuerhalten. Wie aus Schriftverkehr des Jahres 1949 hervorgeht, beansrpucht Professor Allesch als Direktor einen Teil der Bücher, da deren Rückgabe eine „Erschütterung der Arbeit [s]eines Institutes“ (vgl. Brief von Alleschs vom 08.03.1949; s.u.) zur Folge hätte.
Es wird schließlich eine Einigung erreicht, bei der jedoch nicht alle Bücher zurück an das Pädagogische Seminar gehen.

Systematische Neuordnung der Bibliothek

Trotz der großen Verluste durch die Explosion(en) im Bergwerk Volpriehausen kann die Bibliothek des Pädagogischen Seminars – auch dank regelmäßiger Spenden – den eigenen Bücherbestand wieder steigern. Im März 1957 wird aufgrund der Vergrößerung des Bestandes und der gestiegenen Nutzung der Bibliothek eine systematische Neuordnung nötig, die bis heute (Stand 2020) zur Anwendung kommt (vgl. Universitätsarchiv Göttingen: Kur. 1265; 40-48):

Aufteilung der Bibliothek(en)

Während der 70er Jahre befinden sich sowohl in den Räumen der Calsowstraße 73 als auch in den Räumen des Hainholzweg 32 Räume, die als Bibliothekszimmer genutzt werden (vgl. Archiv IfE: Gebäude Wagnerstraße Hainholzweg; unpag.).

Räumliche Trennung von Bibliothek und Seminar

Nach dem Beschluss des Landes Niedersachsen zur Schließung der vom Fachbereich Erziehungswissenschaften angebotenen Diplomstudiengänge gab es bereits 1994 innerhalb des Vorstands des Pädagogischen Seminars ein Plädoyer für die Zusammenlegung der Bibliotheken von Fachbereich (mit Sitz im Waldweg 26) und Seminar (mit Sitz in der Baurat-Gerber-Straße 4/6) mit dem Ziel, den Erhalt des Bücherbestandes des Fachbereiches zu sichern (vgl. Protokoll der Vorstandssitzung vom 05.09.1994; Archiv IfE: Protkollbuch „Vorstand Päd. Seminar“, unpag.).
Ein entsprechender Umzug der Bibliothek des Pädagogischen Seminars in den Waldweg fand in den Sommersemesterferien 2001 statt (vgl. Protokoll der Vorstandssitzung vom 23.4.2001; Archiv IfE: Protkollbuch „Vorstand Päd. Seminar“, unpag.).
Das Personal- und Vorlesungsverzeichnis gibt den neuen Sitz der Bibliothek des Pädagogischen Seminars bzw. der Bibliothek für Fachdidaktik, Pädagogik, Psychologie und Rurale Entwicklung seit dem Sommersemester 2002 im Waldweg 26 an – der Umzug des Pädagogischen Seminars selbst aus der Baurat-Gerber-Straße 4-6 – dem vorherigen Sitz der Bibliothek – sollte noch bis zum Jahr 2013 auf sich warten lassen.

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